Archive for the ‘Nachlese’ Category

Sag zum Abschied leise Hallo!

Dienstag, Februar 12th, 2013

Letzte Woche war er also, unser letzter Auftritt in der Tristeza, bei der neben den drei Herren einmal mehr Svenja Schröder aufgetreten ist, die inzwischen so oft bei uns gastiert, dass von Gastieren eigentlich nicht mehr die Rede sein kann. Es ging viel um Liebe und manchmal auch um den Tod, wie das bei Abschieden eben so ist. Die Gesellschaft war erlesen und trotzdem so groß, dass sie zum Teil sogar die Jacken auf ein freies Stück Boden breiten und sich auf diesem dünnen Polster niederlassen musste. So sehr wir auch den Charme der Improvisation schätzen, bevorzugen wir für unser Publikum doch eigentlich gepolsterte Kinosessel – und die, das sei bereits verraten, gibt es am Ort unserer künftigen Auftritte in ausreichender Zahl!

Wo dieser Ort ist, dürfen wir leider erst übermorgen verraten. Wann wir dort auftreten, können wir aber bereits verlautbaren: Unsere erste Lesung in den neuen Gefilden wird am Donnerstag, dem 14. März um 20 Uhr beginnen! Ab dann treten wir dann jeden zweiten Monat auf, und zwar am 2. Donnerstag im Monat. Vielleicht lassen wir uns sogar noch einen Reim einfallen, mit dem man sich das gut merken kann.

Kommt also zur neuen Zeit an den neuen Ort, denn nur dann werdet ihr mit uns alt!

Wie war’s?

Freitag, Januar 6th, 2012

Schön war’s!, findet Gastschlotzer Frank Böhmert. Dem fügen wir nichts hinzu außer: Es war schön, es ist schön, es wird schön sein – das nächste Mal Beispielsweise am 2. Februar!

Nach der Schlotzen ist vor dem Kloben

Donnerstag, März 10th, 2011

Beim letzten Mal waren wir nicht unterbesetzt, wohl aber umbesetzt, und freuten uns auf, an und mit Georg Kammerer, der erst schrumpfte und dann die Wände mit seinem überdimensionalen Gehirn strich. das geht beides nur dann gefahrlos, wenn man – wie der Herr Kammerer – unsterblich ist, deshalb möchten wir euch noch mal darauf hinweisen, es nicht selbst zu probieren.
Ansonsten war es der Abend des Alten und Wohlgereiften, tief griffen wir in die Mottenkiste und holten Dinge hervor, die nie ein Mensch zuvor, uns eingeschlossen, vorzulesen gewagt hat.
Nächstes Mal am 7. April 2011 wird es wieder frisch und fruchtig. Natürlich mit Herrn Nicolaisen und seinen Freunden!

Lernziele erreicht!

Samstag, November 6th, 2010

Mit einem Jahr nicht nur sprechen und lesen können, sogar beides gleichzeitig, das ist doch schon eine stolze Leistung! Noch stolzer waren wir allerdings am Donnerstag auf unseren leckeren Lockduft, der uns die ZuhörerInnen ins Haus strömen ließ, bis es Völlegefühl bekam. Zur Bauchberuhigung haben wir ihm dann etwas vorgelesen: Vom Hasenfegerspiel, wo einem vom Zusehen schon schlecht werden kann, so schwindelerregend wird da geschwebt, gepunktet und verunglückt;  von käsetoastinduzierten Träumen voller Katzenkinder und Stiermenschen, in denen am Ende jeder irgendwann auf den dunklen Hotelflur hinaustreten muss;  Von sexkapistischen Dauerekstasen, die den Beteiligten auf hohem Niveau zum Hals raushängen.

In der Pause wurde dann noch einmal erfolgreich eine Hektik verbreitet, die einem wahrhaft die Eingeweide verzwirbelte, allerdings nicht unterm Publikum, sondern unter uns selbst: Stellten wir uns doch die unerhörte Mission, innerhalb von 15 Minuten die aus dem Publikum zugeworfenen Stichworte zu verdauen und sie zu einem schmackhaften Textbrei zurechtzukäuen. Schmidt wählte dabei den einfachen und direkten Weg und setzte das Zurufthema in eine verstörende Sinnsuche um, bei der er den Publikumsjoker leichtsinnig verspielte, auch Nicolaisen hatte keine Angst vor großen Themen, vor Gott und Hunden in Karojacken, Weinert dagegen holte uns auf den Boden der Kiezrealität zurück und verbreitete fröhlich üblen Geruch, was immer erfreut und Spaß macht!

Zum Abschluss wurde dann auch im Kiez verweilt, bzw. eben gerade nicht: Nach einem Jahr mussten wir uns den politischen Schattenseiten unserer Tätigkeit stellen, jenem Gentrifizierungsprozess, von dem wir Teil sind und dem nicht nur die Zwerge mit den weichen Schnauzen, die die Kanalisation nach Nazigold durchkämmen, weichen müssen. Doch wir wollen uns nicht den Spaß verderben lassen durch die ewigen politisch korrekten Kritiker und Nörgler, schließlich muss jeder selbst sehen, wo er bleibt. Wir zum Beispiel in der Tristeza. Ihr zum Beispiel auch. Zum Beispiel jeden ersten Donnerstag im Monat.

Flucht in die Tristesse

Freitag, August 6th, 2010

Beim gestrigen Schlotzen&Kloben in der tristeza nahmen die drei vierarmigen Herren nebst Zetteln und Bier auch beide Beine in die Hände: Nicolaisens „Gott der Ausgestoßenen“ reichte uns den Zapper, der den Rest der Welt und schließlich auch uns fortbeamte ins Land der müllsammelnden Mutanten; Schmidt entführte uns ohne Lösegeldforderung in eine Welt schrundiger Klüfte und Schufte voller Götter, Magie, und heiserer alter Männer; Und Weinert huldigte in einem weiteren Kapitel seines „Berbermädchens“ gar so offen dem Eskapismus, dass die Himmelsleiter die Sprossen in Falten legte vor Befremdung. Die Pause nutzten ganze Völkerscharen zu Flucht- und Migrationsbewegungen, das Boot blieb aber – mit wechselnder Besetzung – voll. In der zweiten Hälfte floh dann die Maid vor dem Monster, das wiederum dem Ritter entkam, wozu das Pferd wissend schwieg; Der Waldschrat floh gleich ganz dem Martyrium der schnöden Welt ins Paradies, wo Bienen Blüten bestäuben und Spülmaschinentabs keine Zukunftsmusik sind; Und schließlich entwischte Bob der Blob aus Gründen, die ihm selbst unklar blieben, dem Kriegsgeschehen auf Azur 3 und explodierte auch nicht im Traum.

Nur ein Fels blieb standhaft an seinem Platz in jener Brandung, in die das Schicksal ihn geschleudert hatte: Herr Herrmann, der ab jetzt zum Schlotzen auf- und zum Kloben abspielt. Damit endlich auch mal Schluss ist mit dem epischen Gelaber, zumindest kurz, zwischendurch.